KAB - allgemein

                                           

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Der Diözesanvorstand der KAB-Münster stellte anlässlich des KAB-Diözesantages vom 09.-12. November 2017 in Heiden folgenden Leitantrag, der von den 200 Delegierten einstimmig beschlossen wurde:

Ein guter Rahmen für sinnvolles Leben

Niemand lebt sein Leben allein. Alle Menschen brauchen einen verlässlichen gesellschaftlichen Rahmen, um sinnvoll leben zu können. Für die KAB im Bistum Münster sind folgende Rahmenbedingungen sinnvollen Lebens unabdingbar:

1.

Eine Gesellschaft muss die Grundwerte sichern, die jeden Menschen in seiner Würde anerkennen und die allgemeinen Menschenrechte achten. Nur so hat die Person eine Chance, ihren Anspruch auf ein sinnvolles Leben umzusetzen. Dazu gehören Toleranz, Freiheit, Akzeptanz von Vielfalt. Dazu gehört auch Religionsfreiheit, die es allen Gläubigen ermöglicht, ihren Glauben frei und unbeschadet zu leben. Das Grundgesetz garantiert diese Werte. Die KAB steht auf der Grundlage der Prinzipien der katholischen Soziallehre für den Schutz des Grundgesetzes ein. Ihre Mitglieder beteiligen sich aus ihrem Glauben heraus an der Gestaltung der Gesellschaft.

2.

 Sinnvolles Leben bedarf der Sicherung sozialer Grundrechte. Wer seine Grundbedürfnisse befriedigen kann, hat die Chance nach einem sinnvollen Leben zu streben. Zu diesen Grundbedürfnissen gehört für die KAB ein Recht auf Bildung und Weiterbildung. Die KAB setzt sich für ein Recht auf Einkommen ein und fordert ein garantiertes Grundeinkommen für alle. Das Kindergeld muss zu einem existenzsichernden Kindergrundeinkommen  ausgebaut werden. Im Rahmen des Rentenmodells der Katholischen Verbände engagiert sich die KAB dafür, dass alle Rentnerinnen und Rentner in Würde leben können. Diese Forderungen sind für uns erste Schritte hin zu einem garantierten Grundeinkommen für alle Bürgerinnen und Bürger.

3.

Ein sinnvolles Leben braucht neben Freiheit und Sicherheit die Möglichkeit zur Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Im Austausch mit anderen Menschen erfahren wir Resonanz, erleben wir Kompetenzen und unsere Verbundenheit untereinander. Deshalb tritt die KAB für eine Tätigkeitsgesellschaft ein, in der alle Formen menschlicher Arbeit gleiche Anerkennung erfahren und für das eigene Leben individuell kombiniert werden können. Das bedeutet eine Aufwertung der unbezahlten ehrenamtlichen und privaten Arbeit und eine Eingrenzung der Erwerbsarbeit. Mittelfristig strebt die KAB eine Normalarbeitszeit von 30 Stunden pro Woche mit entsprechendem Lohnausgleich an. Außerdem muss die gemeinsame freie Zeit am Wochenende und besonders am Sonntag wirksam und umfassend geschützt werden.

4.

Sinnvolles Leben ist für zukünftige Generationen nur möglich, wenn die heutige Menschheit mit den Ressourcen sparsamer und schonender umgeht. Die KAB setzt sich für einen bewussteren, nachhaltigen Lebenstil ein, der regionales Wirtschaften fördert, auf langlebige und reparierbare Produkte setzt, saisonale Nahrungsmittel und öffentliche Mobilität bevorzugt. Insbesondere sprechen wir uns dagegen aus, dass die öffentliche Daseinsfürsorge privatwirtschaftlich organisiert wird. Wir wollen eine Wirtschaft, die nicht tötet. "Darum ist die Stunde gekommen, in einigen Teilen der Welt eine gewisse Rezession zu akzeptieren und Hilfe zu geben, damit in anderen Teilen ein gesunder Aufschwung stattfindet." (Papst Franziskus, Laudato si, 193)

 

Anträge und Forderungen aus der KAB-Diözesan-Schmiede Münster

Im Rahmen des KAB - Diözesantages Münster am 11.u.12. Nov. 2017 in Heiden entstanden u.a. folgende Forderungen der Delegierten:

Anerkennungszeiten für die Rentenversicherung

Wir fordern in der Rentenberechnung die Gleichstellung der Anrechnung von Erziehungszeiten für Kinder, die vor dem 01.01.1992 geboren sind mit denen, die ab dem 01.01.1992 geboren sind. Die Anrechnung von drei Entgeltpunkten für jedes Kind ist generell aus Steuermitteln und nicht aus Beitragsmitteln zu finanzieren. Wir fordern, daß die rentenrechtliche Absicherung von familiär und ehrenamtlich tätigen Pflegepersonen verbessert wird. Gerade auch für Pflegepersonen, die bereits im Rentenalter sind, müssen sich die Rentenbeiträge aus Pflegetätigkeit rentensteigernd auswirken. Die KAB im Bistum Münster verpflichtet sich, in politischen Gesprächen mit Parteien, Gewerkschaften und Arbeitgeber/innen, in Stellungnahmen und Positionierung auf Umsetzung dieser Forderungen und Notwendigkeiten hinzuwirken.

Verzicht auf Obergrenze für Flüchtlinge

Die KAB Münster fordert die Parteien des neu gewählten Bundestages auf:

1. auf eine Festlegung einer Obergrenze für Flüchtlinge zu verzichten

2. die Nichtgewährung des Familiennachzuges nach § 104 Abs. 13 AufenthaltsG sofort zu streichen und aufzuheben

3. Flüchtlinge aus Afghanistan nicht weiter abzuschieben

Mit diesen 3 Forderungen folgt die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) im Bistum Münster der Aufforderung ihres Bischofs Dr. Felix Genn, für "eine offene Gesellschaft" in Deutschland einzutreten.

STOPP der Ausweitung der verkaufsoffenen Sonntage

Die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) im Bistum Münster fordert die NRW-Landesregierung auf, die im Koalitionsvertrag 2017-2022 geplante Änderung des Ladenöffnungsgesetzes und die damit einhergehende Ausweitung der verkaufsoffenen Sonntage zurückzunehmen und so dem grundgesetzlich festgeschriebenen Schutz des Sonntags Genüge zu tun.

Rechtsanspruch auf Teilzeit und Rückkehr

Die KAB Münster fordert die Tarifparteien und die politisch Verantwortlichen dazu auf, transparente, nachvollziehbare und verlässliche Regelungen zu schaffen, die einen Rechtsanspruch auf Teilzeit sowie die Rückkehr auf den bisherigen Vollzeitarbeitsplatz sicherstellen. Dies muß auch für Führungskräfte gelten. Die KAB im Bistum Münster verpflichtet sich, in politischen Gesprächen mit Parteien, Gewerkschaften und Arbeitgeber/innen, in Stellungnahmen und Positionierungen auf die Umsetzung dieser Forderungen und Notwendigkeiten hinzuwirken.

 

Zu diesen Forderungen passt das Motto der KAB

                      "Sehen, urteilen, handeln"

 

aber auch der Leitsatz von Misereor

                 "Heute schon die Welt verändert?"

 

 

Arbeit 4.0 - schöne neue Arbeitswelt ?

Wenn wir von Arbeit 4.0 reden, sollten wir zunächst verstehen, um was es geht.

 

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Die Begriffe Industrie 1.0 bis 3.0 stehen für verschiedene Phasen der industriellen Entwicklung in Deutschland. Industrie 1.0 steht dabei für den Beginn der Massenproduktion durch Maschinen etwa seit Beginn des 19 .Jahrhunderts (z.B. Webstühle etc.).  Erschließung der Wasserkraft, Dampfmaschinen, Eisenbahnen etc. begründeten  Industrie 2.0.  Die dritte industrielle Revolution, also 3.0, begann in den 1970er Jahren mit der weiteren Automatisierung durch Elektronik und IT.

Diese drei Entwicklungsstufen wurden alle im nachherein so benannt.

Heute stehen wir an einer neuen Schwelle. Man könnte sagen: "Arbeit 4.0 - Was auf uns zukommt", oder "4.0 - Entwicklung der wirtschaftlichen Kraft Deutschlands".

Was bedeutet die digitale Revolution für den arbeitenden Menschen, was aus der Sicht der Arbeitnehmer/innen?

Ein Blick in die Zukunft verspricht fast unvorstellbare Möglichkeiten: Kommen Autos und Busse bald ohne Fahrer aus? Ersetzen Roboter den Chirurgen oder die Altenpflegerin? Werden Haushaltswaren und Schuhedaheim mit dem 3D_Drucker ausgedruckt? Die IT-Systeme werden immer leistungsfähiger und auch lernfähiger. Ersetzt der Roboter demnächst das menschliche Denken oder beherrscht der Roboter bald den Menschen?

Was bedeutet diese "digitale Revolution" für den Menschen in der Arbeitswelt? Wird die Arbeit dadurch leichter und flexibler, oder führt die Digitalisierung der Arbeitswelt zu Verlust von Arbeitsplätzen und einer weiteren Verdichtung für die verbleibenden Arbeitskräfte?

Die Zukunft hat schon begonnen und zusammen mit kompetenten Referenten/innen werden wir von der KAB St. Paulus Rheine in den kommenden Jahren auch mit den Auswirkungen von Arbeit 4.0 auf die im Berufsleben Stehenden befassen.