Über uns

Als Mitte des 19. Jahrhunderts die Technik ihren Siegeszug in der Arbeiterwelt angetreten hatte, waren die Entwurzelung und Ausbeutung weiter Kreise der Arbeiterschaft die Folge. Der Mainzer Bischof W.E. Ketteler forderte daher eine neue, dieser Notlage der Arbeiter entsprechende Sozialpolitik der Kirche. Darum strebte er auch die Betreuung der Arbeiter und ihrer Familien in katholischen Standesvereinen an. So kam es im 19. Jahrhundert u.a. zur Gründung der katholischen Arbeiterbewegung, der KAB.

In der aufblühenden Industriestadt Rheine gründete Kaplan Möllers im Jahr 1881 im Rahmen dieser Bewegung den Arbeiterverein St. Paulus. Ziel und Aufgabe dieses neuen Vereins waren vor allem: Rat und HIlfe für die Arbeiterschaft in Rheine.

Einige Stationen der Vereinsgeschichte machen deutlich, daß die Mitglieder, deren Zahl schnell wuchs, es mit dieser Zielsetzung und Aufgabenstellung ernstnahmen:

1882 Einrichtung einer "Sparkasse"; 1884 Eröffnung des Vereinshauses, dessen Herstellung durch eine Stiftung Karl Timmermans möglich geworden war; 1885 Gründung der Theater-, 1889 der Musik- und 1909 der Turnabteilung.

Eine soziale Hilfe wurden besonders auch die folgenden Einrichtungen:

1911 Arbeitersekretariat unter Ltg. von B. Buskamp; 1912 Versicherungs- und Einkaufsgenossenschaft für Arbeiterfamilien.

Ludger Bultmann hielt auch in den Kriegsjahren 1914-1918 das Vereinsleben notdürftig aufrecht. In den 20er Jahren brachte die KAB Deutschland manchen Vertreter ins Parlament. In Rheine wurde eine Werkjugendabteilung gegründet, und die Laien erhielten mehr Verantwortung im Vereinsleben.

Im Dritten Reich wurden die katholischen Verbände zu Staatsfeinden erklärt: Das Paulushaus wurde zum "Haus der Hitlerjugend" und die KAB aufgelöst. Bereits 1946 konnten Kaplan Denkhof und Bernhard Brinker in Rheine eine Neugründung der Katholischen Arbeiterbewegung vornehmen und im selben Jahr erfolgte in Verbindung mit der KAB St. Paulus der Zusammenschluß der Christlichen Arbeiterjugend; Es entstand die CAJ St. Paulus. Zum Symbol der neubelebten Vereinstätigkeit wurde u.a. der Wiederaufbau des im Kriege zerstörten Paulushauses. Im Jahr 1952 schlossen sich auch Frauen zur KAB-F zusammen. Ergänzend bildete sich Mitte der 70er Jahre der Familienkreis "Junge Gemeinschaft".

Text bis hier hin entnommen der Zeitschrift "Rheine - Gestern, Heute, Morgen, Heft 1/79, S.66 u.67, "Die Pfarrgemeinde St. Antonius in ihren Einrichtungen und Verbänden" von Paul Nitsche und Bruno König

Das Vereinshaus "Paulushaus" musste aus städtebaulichen Gründen verkauft werden und wurde im April 1992 abgerissen. Die KAB St. Paulus Rheine e.V. nutzte anschließend das Gemeindehaus der Kirchengemeinde St. Antonius (heute Basilika-Forum) für die diversen Vereinsaktivitäten. Aus dem Verkaufserlös des Paulushauses wurde ein Ferienhaus im Extertal erworben, welches aber bereits nach wenigen Jahren wieder verkauft wurde. Heute unterhält die KAB St. Paulus Rheine e.V. ein Ferienhaus im Ferienpark Vorauf in Siegsdorf, einem kleinen Ort im oberbayrischen Chiemgau sowie eine Ferienwohnung in der Holsteinischen Schweiz, im Ferienpark Sierksdorf an der Lübecker Bucht /Ostsee. Beide Einrichtungen stehen vorrangig KAB-Mitgliedern zur Urlaubsnutzung zur Verfügung.

Heute bietet der Verein seinen Mitgliedern und immer auch Gästen ein anspruchsvolles Jahresprogramm mit Betriebsbesichtigungen, Tagesfahrten, Radtoruen, regelmäßigen Frühstücksangeboten für "kleines Geld", Referaten, Kurse sowie vereinsinterne Feiern.

Die KAB St. Paulus hat Ende 2017 insgesamt 111 Mitglieder. 

Aktueller und langjähriger 1. Vorsitzender ist Karl-Heinz Wehmschulte.